Giulio Alvise Caselli

Giulio Alvise Caselli wurde 1979 im norditalienischen Ferrara geboren. Er studierte Geige am Konservatorium und absolvierte das Studium der Germanistik und Sprachwissenschaft an den Universitäten Ferrara und Regensburg mit Auszeichnung.


Gesangsunterricht erhielt er zunächst bei seiner Mutter, der Sopranistin und Gesangsdozentin Gabriella Munari, dann als Schüler von Wolfgang Brendel und Sylvia Greenberg an der Hochschule für Musik und Theater München, wo er 2005 das Operndiplom erhielt.


Er besuchte außerdem die Liedklasse bei Helmut Deutsch sowie Kurse bei Mirella Freni, Thomas Hampson, Luciana Serra und war Mitglied der Bayerischen Theaterakademie „August Everding”. Er war Finalist beim Internationalen Wettbewerb Toti dal Monte in Treviso.


Von 2006 bis 2008 gehörte er zum festen Ensemble des Theaters Dortmund. Auf dieser Bühne debütierte er als Figaro in Rossinis „Barbiere di Siviglia” und sang u.a. Marullo in Verdis „Rigoletto”, Moralès in Bizets „Carmen” und Schlemihl in „Les Contes d'Hoffmann” von Jacques Offenbach.

Im Linzer Landestheater sang er 2010 den Schaunard in Puccinis „Bohème” sowie 2009 Frédéric in „Lakmé” von Léo Delibes und Momus in „Platée” von Jean Philippe Rameau.


Von 2011 bis 2017 war er festes Ensemblemitglied am Opernhaus von Augsburg. Dort gab er seinen Einstand als Conte d'Almaviva in Mozarts „Le Nozze di Figaro” und sang u.a. die Titelrolle in Mozarts „Don Giovanni”, den Dr. Falke in der „Fledermaus” von Johann Strauß, Nardo in Mozarts „La Finta Giardiniera”, den Algerier in „Intolleranza 1960” von Luigi Nono, den Vater in Humperdincks „Hänsel und Gretel” und Belcore in Donizettis „Liebestrank”.


In Augsburg debütierte er außerdem 2014 als Pelléas in Claude Debussys „Pelléas et Mélisande” und 2016 als Hans Scholl in „Weiße Rose” von Udo Zimmermann


Am Salzburger Landestheater sang er 2015 die Rolle des Mannes in der Uraufführung der Oper „Tahrir” von Hossam Mahmoud.


Gastengagements führten ihn an Opernhäuser in Salzburg, Aachen, Freiburg, Würzburg, Trier, Bielefeld, Pforzheim, Modena, Novara, Reggio Emilia, Montepulciano, ans Berliner Konzerthaus, zum Rheingau Musik Festival sowie als Don Giovanni an die Biennale Venedig, die vom italienischen Fernsehsender Rai3 ausgestrahlt wurde.


Er arbeitete u.a. mit Peter Konwitschny, Christine Mielitz, Doris Dörrie, Monique Wagemakers, Jan Philipp Gloger, Roland Schwab, Lorenzo Fioroni, Anthony Pilavachi, Arthur Fagen, Dirk Kaftan, Roland Böer, Markus Poschner, Domonkos Héja, Leo Siberski, Michael Helmrath und Mirga Gražinytė-Tyla zusammen.


Zu seinen gesungenen Partien gehören außerdem Guglielmo in „Così fan tutte”, Papageno in der „Zauberflöte”, der Conte Asdrubale in Rossinis „La Pietra del Paragone”, Fernando in Rossinis „La Gazza ladra”, Æneas in Purcells „Dido and Æneas” und Ned Keene in „Peter Grimes” von Benjamin Britten.


Giulio Alvise Caselli ist zudem des Öfteren im Konzert- und Liedbereich tätig. Er sang u.a. Bachs Johannespassion, Joseph im Oratorium „L'Enfance du Christ” von Hector Berlioz, die „Missa in Tempore Belli” von Joseph Haydn, mehrmals die Liederzyklen „Die Schöne Müllerin” und „Winterreise” von Franz Schubert sowie die „Lieder eines fahrenden Gesellen” von Gustav Mahler.


2016 ist bei Naxos die Aufzeichnung der modernen Uraufführung der Oper „Amore non soffre opposizioni” von Johann Simon Mayr erschienen, bei der Giulio Alvise Caselli eine der Hauptrollen, den Argante, singt.