In der Spielzeit 2018/19 ist Giulio Alvise Caselli am Meininger Staatstheater engagiert. Dort singt er u.a. Guglielmo („Così fan tutte”), Biterolf („Tannhäuser”), Moralès („Carmen”) und den Bariton in einer szenischen Aufführung von Brahms' Liebeslieder.


2017/18 gastierte er als Pasquale in „Orlando Paladino” von Joseph Haydn am Theater Hagen.


Von 2011 bis 2017 war er festes Ensemblemitglied am Theater Augsburg und übernahm dort wesentliche Partien seines Faches wie den Conte d'Almaviva in Mozarts „Le Nozze di Figaro”, die Titelrolle in Mozarts „Don Giovanni”, Dr. Falke in der „Fledermaus” von Johann Strauß, Nardo in Mozarts „La Finta Giardiniera”, den Vater in Humperdincks „Hänsel und Gretel” und Pelléas in Debussys „Pelléas et Mélisande.


Im Bereich der neuen Musik engagierte er sich in zahlreichen Produktionen und Uraufführungen. Er sang u.a. den Algerier in „Intolleranza 1960” von Luigi Nono und Hans Scholl in Udo Zimmermanns „Weiße Rose” am Theater Augsburg und wirkte dort in Hans Thomallas „Kaspar Hauser” mit. 2015 sang er die Rolle des Mannes in der Oper „Tahrir” von Hossam Mahmoud am Salzburger Landestheater.


Im Linzer Landestheater sang er 2010 den Schaunard in Puccinis „Bohème” sowie 2009 Frédéric in „Lakmé” von Léo Delibes und Momus in „Platée” von Jean Philippe Rameau.


Von 2006 bis 2008 gehörte er zum festen Ensemble des Theaters Dortmund. Auf dieser Bühne debütierte er als Figaro in Rossinis „Barbiere di Siviglia” und sang u.a. Marullo in Verdis „Rigoletto”, Moralès in Bizets „Carmen” und Schlemihl in „Les Contes d'Hoffmann” von Jacques Offenbach.


Gastengagements führten ihn an die Theater von Aachen, Freiburg, Würzburg, Trier, Hagen, Bielefeld, Pforzheim, Modena, Novara, Reggio Emilia, Montepulciano, ans Berliner Konzerthaus, zum Rheingau Musik Festival sowie als Don Giovanni an die Biennale Venedig, die vom italienischen Fernsehsender Rai3 ausgestrahlt wurde.


Zu seinem Repertoire gehören außerdem Malatesta in „Don Pasquale”, Papageno in der „Zauberflöte”, der Conte Asdrubale in Rossinis „La Pietra del Paragone”, Fernando in Rossinis „La Gazza ladra”, Æneas in Purcells „Dido and Æneas”, Ned Keene in „Peter Grimes” von Benjamin Britten und Belcore in Donizettis „Liebestrank”.


Giulio Alvise Caselli ist des Öfteren im Konzert- und Liedbereich tätig. Er sang u.a. Bachs Johannespassion, Joseph im Oratorium „L'Enfance du Christ” von Hector Berlioz, die „Missa in Tempore Belli” von Joseph Haydn, mehrmals die Liederzyklen „Die Schöne Müllerin” und „Winterreise” von Franz Schubert sowie die „Lieder eines fahrenden Gesellen” von Gustav Mahler.


Er arbeitete u.a. mit Peter Konwitschny, Christine Mielitz, Doris Dörrie, Monique Wagemakers, Jan Philipp Gloger, Roland Schwab, Lorenzo Fioroni, Anthony Pilavachi, Arthur Fagen, Dirk Kaftan, Roland Böer, Markus Poschner, Domonkos Héja, Leo Siberski, Michael Helmrath und Mirga Gražinytė-Tyla zusammen.



Giulio Alvise Caselli wurde 1979 im norditalienischen Ferrara geboren. Er studierte Geige am Konservatorium und absolvierte das Studium der Germanistik und Sprachwissenschaft an den Universitäten Ferrara und Regensburg mit Auszeichnung.


Seit seinem 20. Lebensjahr lebt er in Deutschland.


Gesangsunterricht erhielt er zunächst bei seiner Mutter, der Sopranistin und Gesangsdozentin Gabriella Munari, dann als Schüler von Wolfgang Brendel und Sylvia Greenberg an der Hochschule für Musik und Theater München, wo er 2005 das Operndiplom erhielt.


Er besuchte außerdem die Liedklasse bei Helmut Deutsch sowie Kurse bei Mirella Freni, Thomas Hampson, Luciana Serra und war Mitglied der Bayerischen Theaterakademie „August Everding”. Er war Finalist beim Internationalen Wettbewerb Toti dal Monte in Treviso.


Er ist Dozent im Fach Gesang an der Musikpädadogischen Fakultät der Universität Augsburg.